Das Monokel ist ein Stück Brillengeschichte: ein einzelnes Glas, das man sich ins Auge klemmte. Heute erzählen Fassungen mit Form, Farbe und Material mehr über uns als jedes Glas im Auge. Hier liest Du, was ein Monokel ist, ob es schon im Mittelalter Brillen mit Sehstärke gab und welche Brillenstile heute angesagt sind. Die ganze Geschichte steht im Beitrag Geschichte der Brille.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Monokel ist ein einzelnes Glas für ein Auge, das die Muskeln rund ums Auge halten. Um 1800 war es in der feinen Gesellschaft beliebt.
- Brillen mit Sehstärke gibt es seit Ende des 13. Jahrhunderts: Die ersten waren Lesebrillen aus Italien.
- Heute ist die Brille ein Modeaccessoire, von rund bis eckig, von randlos bis kräftig gefärbt.
- Welcher Stil passt, hängt von Gesicht, Anlass und Deinem Geschmack ab.
Was ist ein Monokel und wie trägt man es?
Ein Monokel ist ein Einglas, also eine einäugige Brille mit nur einem Glas und ohne Bügel. Man klemmt es zwischen Augenbraue und Wange vors Auge, die Muskeln rund um das Auge halten es. Oft hing es an einer Schnur oder Kette, damit es nicht zu Boden fiel.
Warum Monokel statt Brille? Es ließ sich schnell einsetzen und wieder fallen lassen und reichte, wenn nur ein Auge Hilfe brauchte. Zugleich galt es als vornehm: Um 1800 trug man es vor allem in der feinen Gesellschaft in Deutschland und England.
Monokel mit Sehstärke: Gibt es das?
Ja, ein Monokel kann ein Korrektionsglas haben. Es korrigiert dann nur das Auge, vor dem es sitzt; wer beide Augen korrigieren möchte, greift besser zur Brille. Was bei einem Monokel mit Sehstärke möglich ist, sagt Dir ein Optiker. Heute ist das Monokel im Alltag selten geworden. Mit zwei Gläsern spricht man nicht mehr vom Monokel, sondern vom Zwicker, der auf der Nase klemmt, oder von der Lorgnette, die man an einem Stiel hält.
Brille mit Sehstärke im Mittelalter: Gab es das schon?
Im Mittelalter lasen Mönche noch mit Lesesteinen. Die erste Brille entstand Ende des 13. Jahrhunderts in Italien: zwei gefasste Gläser, mit denen Menschen, die in der Nähe nicht mehr scharf sahen, wieder lesen konnten. Eine Brille mit Sehstärke war das also von Anfang an, allerdings nur für die Nähe. Gläser für Kurzsichtige kamen später, vermutlich im 15. Jahrhundert.
Brillenstile heute: vom Klassiker zum Statement
Aus dem Hilfsmittel wurde ein Accessoire. Heute gibt es Fassungen in fast jeder Form, Farbe und jedem Material. Diese Stile prägen den Alltag:
| Stil | Charakter |
|---|---|
| Rund und Panto | Weich und klassisch, mit einem Hauch Retro |
| Eckig und rechteckig | Klar, sachlich und alltagstauglich |
| Cat-Eye | Nach oben gezogene Außenecken, betont feminin |
| Pilot | Meist Metall mit tropfenförmigen Gläsern, lässig |
| Oversize | Große Gläser, ein Retro-Look mit viel Auftritt |
| Randlos | Leicht und zurückhaltend, ein Understatement |
| Horn und Tortoise | Warme Maserung, kräftig und klassisch |
| Farbig und transparent | Setzt gezielt Akzente |
Ein Statement muss nicht laut sein. Entscheidend ist, dass die Brille zu Deinem Gesicht und Deinem Alltag passt. Worauf Du bei Form und Farbe achten kannst, liest Du in Welche Brille passt zu mir?. Viele tragen mehrere Brillen und wechseln je nach Anlass.
Zurzeit gefragt sind zum Beispiel die Ray-Ban Wayfarer Ease (RX4340V), die Miu Miu MU 01XV, die Prada PR 16ZV und die Oakley Holbrook RX (OX8156).
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Wann wurde die Brille erfunden?
Ende des 13. Jahrhunderts in Italien. Wer sie erfunden hat, ist nicht überliefert. Mehr dazu in der Geschichte der Brille.
Wann wurde das Monokel erfunden?
Ein genaues Datum ist nicht überliefert. Um 1800 kamen Einglasbrillen in Mode.
Seit wann gibt es Brillen mit Bügeln?
Brillen mit seitlichen Bügeln setzten sich im 18. Jahrhundert durch.



