Die Speisekarte braucht mehr Licht, das Handy wandert beim Lesen immer weiter vom Gesicht weg? Dann fragst Du Dich vielleicht: Brauche ich eine Lesebrille? Hier erfährst Du, woran Du Alterssichtigkeit erkennst, ab wann eine Lesebrille typisch ist und wann eine Fertiglesebrille reicht oder eine individuell angefertigte Lesebrille besser passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Alterssichtigkeit (Presbyopie) ist keine Krankheit. Die Augenlinse verliert mit den Jahren an Elastizität, meist merkst Du das ab Mitte 40.
- Typische Anzeichen sind ein immer größerer Leseabstand und mehr Bedarf an Licht. Ob Du eine Lesebrille brauchst und welche Stärke, zeigt nur ein Sehtest beim Optiker oder Augenarzt.
- Fertiglesebrillen haben auf beiden Seiten die gleiche Stärke. Sind Deine Augen unterschiedlich stark oder hast Du eine Hornhautverkrümmung, ist eine individuell angefertigte Lesebrille die bessere Wahl.
- Die nötige Stärke steigt meist bis etwa 60. Lass Deine Werte deshalb regelmäßig prüfen.
Brauche ich eine Lesebrille? Das steckt hinter der Alterssichtigkeit
Um in der Nähe scharf zu sehen, muss sich die Augenlinse stärker wölben. Diese Nahanpassung heißt Akkommodation. Mit den Jahren wird die Linse weniger elastisch, und die Nahanpassung lässt nach. Fachleute sprechen von Alterssichtigkeit oder Presbyopie. Das klingt nach Krankheit, ist aber ein normaler Teil des Älterwerdens und betrifft früher oder später fast alle.
Nicht verwechseln solltest Du sie mit der Weitsichtigkeit (Hyperopie). Dabei ist das Auge im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu kurz, und das kann schon in jungen Jahren so sein.

Ab wann braucht man eine Lesebrille?
Die ersten Anzeichen zeigen sich meist ab Mitte 40, bei manchen etwas früher, bei anderen später. Wann Du eine Lesebrille brauchst, hängt auch davon ab, wie Deine Augen ohne Brille in die Ferne sehen:
- Leicht weitsichtig: Du bemerkst die Alterssichtigkeit oft früher, weil Deine Augen schon vorher in der Nähe mehr leisten mussten.
- Leicht kurzsichtig: Ohne Brille kannst Du in der Nähe oft noch lange gut lesen. Mit Deiner Brille für die Ferne wird es dagegen in der Nähe schwierig.
- Normalsichtig: Meist wird Kleingedrucktes zuerst bei schwachem Licht oder am Abend schwer lesbar.
Die nötige Stärke nimmt in der Regel bis etwa zum 60. Lebensjahr zu und verändert sich danach nur noch wenig. Deshalb ist es normal, wenn Du in den ersten Jahren öfter eine neue Lesebrille brauchst. Die Veränderung kommt schleichend: Was heute noch gut klappt, kann beim nächsten Buch schon mühsam sein.
Lesebrille-Test: Diese Anzeichen sprechen für einen Sehtest
Einen echten Test, ob Du eine Lesebrille brauchst, kann Dir kein Artikel und kein Selbsttest abnehmen. Die folgenden Beobachtungen aus dem Alltag sind aber ein guter Anlass, Deine Augen prüfen zu lassen:
- Du hältst Handy, Buch oder Speisekarte immer weiter weg, um sie scharf zu sehen. Gefühlt werden die Arme zu kurz.
- Kleine Schrift, etwa auf Beipackzetteln, Etiketten oder Kassenbons, verschwimmt oder „tanzt“.
- Bei schwachem Licht fällt Dir Lesen deutlich schwerer als früher.
- Nach einem Blick in die Ferne dauert es einen Moment, bis Du in der Nähe wieder scharf siehst.
- Einfädeln, Handarbeiten oder kleine Schrauben kosten mehr Mühe.
Erkennst Du Dich in einigen Punkten wieder, vereinbare einen Termin beim Optiker oder Augenarzt. Unscharfes Sehen kann auch andere Ursachen haben, deshalb ersetzt dieser Selbstcheck keine Untersuchung. Verändert sich Dein Sehen plötzlich, geh bitte direkt zum Augenarzt.
Sehtest für die Lesebrille: Optiker oder Augenarzt?
Beim Sehtest wird gemessen, wie viel Stärke Deine Augen für die Nähe zusätzlich brauchen. Angegeben wird sie in Dioptrien (dpt). Die Dioptrie ist die Maßeinheit für die Brechkraft eines Brillenglases. Lesebrillen haben Plusgläser, also Gläser mit positiver Dioptrie. Sag beim Termin, in welchem Abstand Du meist liest oder arbeitest, denn danach richtet sich die passende Stärke.
Einen Sehtest kannst Du beim Optiker machen. Beim Augenarzt wird zusätzlich das Auge selbst untersucht. Ob Du auch für die Ferne eine Brille brauchst, erklären wir in Brauche ich eine Brille? Anzeichen, Dioptrien und Sehtest.
Welche Lesebrille brauche ich? Fertiglesebrille oder individuell angefertigt
Steht fest, dass Du eine Lesebrille brauchst, hast Du zwei Möglichkeiten: eine Fertiglesebrille oder eine individuell angefertigte Lesebrille. Der Unterschied steckt in den Gläsern.
| Merkmal | Fertiglesebrille | Individuell angefertigte Lesebrille |
|---|---|---|
| Stärke | auf beiden Seiten gleich, meist in Schritten von 0,5 dpt | für jedes Auge einzeln, in feineren Stufen |
| Pupillenabstand | Glasmitten auf einen Durchschnittswert ausgelegt | genau auf Deinen Pupillenabstand abgestimmt |
| Hornhautverkrümmung | wird nicht ausgeglichen | wird mit ausgeglichen |
| Passt gut für | gleich starke Augen, gelegentliches Lesen, Zweitbrille | unterschiedliche Werte, langes Lesen und Arbeiten in der Nähe |
Wann ist eine individuelle Lesebrille besser?
Eine Fertiglesebrille ist praktisch, passt aber nicht für alle. Zu einer individuell angefertigten Lesebrille rät Dir der Optiker meist, wenn
- Deine Augen unterschiedlich stark sind,
- Du eine Hornhautverkrümmung hast oder schon eine Brille für die Ferne trägst,
- Dein Pupillenabstand deutlich vom Durchschnitt abweicht,
- Du täglich lange liest, am Bildschirm arbeitest oder feine Arbeiten machst,
- Du mit einer Fertiglesebrille nicht richtig scharf oder nicht angenehm siehst.
Brauchst Du eine Brille für die Ferne und eine für die Nähe, frag Deinen Optiker auch nach Gleitsicht- oder Arbeitsplatzgläsern. Dann musst Du nicht ständig wechseln.
Lesebrille vom Discounter: Worauf es im Test ankommt
Fertiglesebrillen gibt es im Supermarkt, in der Drogerie, beim Discounter und von Markenherstellern. Ein gutes Testergebnis nützt Dir wenig, wenn die Brille nicht zu Deinen Augen passt. Beim Vergleich zählen vor allem diese Punkte:
- Stärke: Kauf eine Fertiglesebrille erst, wenn Du Deine Werte kennst, und nur, wenn beide Augen gleich oder fast gleich stark sind.
- Glasmitte: Schau durch die Brille auf eine Textzeile. Wirkt sie verzerrt oder unruhig, sitzen die Glasmitten wahrscheinlich nicht vor Deinen Pupillen.
- Gläser: frei von Schlieren und Kratzern, am besten entspiegelt.
- Verarbeitung und Sitz: stabile Scharniere, gerade Bügel, kein Rutschen auf der Nase.
- CE-Kennzeichnung: Fertiglesebrillen sind Medizinprodukte und tragen in der EU ein CE-Zeichen.
Lesebrille: Welche Stärken gibt es?
Fertiglesebrillen werden meist in Schritten von 0,5 Dioptrien angeboten, typischerweise ab +1,0 dpt bis +3,0 dpt oder etwas darüber. Bei Edel-Optics findest Du Fertiglesebrillen derzeit in den Stärken +1,0, +1,5, +2,0, +2,5 und +3,0 dpt, je nach Modell. Individuell angefertigte Gläser gibt es in feineren Stufen und mit unterschiedlicher Stärke für das linke und das rechte Auge.
Tabellen, die eine Stärke nach Alter angeben, sind nur grobe Richtwerte, denn die richtige Stärke hängt von Deiner Fernsicht und Deinem Leseabstand ab. Ist die Lesebrille zu stark, musst Du den Text näher heranholen. Deshalb gilt: erst Sehtest, dann Lesebrille.
Lesebrillen für Damen und Herren bei Edel-Optics
Eine Lesebrille ist auch Teil Deines Looks. Ob eckig oder rund, mit Vollrand oder schmal, aus Kunststoff oder Metall: Wähle eine Form, die zu Deinem Gesicht passt. Tipps dazu findest Du in Welche Brille steht welcher Gesichtsform?.
Auf unserer Lesebrillen-Seite findest Du aktuell Fertiglesebrillen von Porsche Design, zum Beispiel die Modelle P8801, P8812 und P8815, und von Polaroid, etwa PLD 0026/R/BB, PLD 0033/R/BB und PLD 0030/R/C. Welche Stärken und Farben gerade lieferbar sind, siehst Du beim jeweiligen Modell. Brauchst Du eine individuelle Lesebrille, kannst Du bei vielen Fassungen aus unserem Brillensortiment Gläser nach Deinen Werten mitbestellen.
Porsche Design P8801 F D1.00€ 168,00
Porsche Design P8801 P D1.00€ 145,55
Porsche Design P8801 A D1.00€ 164,44
Polaroid PLD 0030/R/C 807/M9 D1.00€ 44,00
Polaroid PLD 0028/R/BB 7C5/G6 D1.50€ 36,15
Polaroid PLD 0033/R/BB 1ED/G6 D2.50€ 36,15
Porsche Design P8801 N D1.00€ 159,00
Polaroid PLD 0033/R/BB 807/G6 D2.50€ 36,15Häufige Fragen zur Lesebrille
Kann ich die Lesebrille immer tragen?
Eine Lesebrille ist für die Nähe berechnet. In der Ferne siehst Du damit unscharf. Deshalb setzt Du sie zum Lesen auf und wieder ab, oder Du schaust über den Rand, etwa bei einer schmalen Halbbrille. Möchtest Du eine Brille dauerhaft tragen, sind Gleitsichtgläser meist die bessere Lösung. Lass Dich dazu beim Optiker beraten.
Werden die Augen durch eine Lesebrille schlechter?
Nein, das ist ein verbreiteter Irrtum. Die Alterssichtigkeit schreitet mit den Jahren fort, ob Du eine Lesebrille trägst oder nicht. Dass Du nach einiger Zeit eine stärkere brauchst, liegt am Alter, nicht an der Brille.
Lesen ohne Brille: Gibt es Alternativen?
Ja, zum Beispiel Kontaktlinsen für die Nähe oder Mehrstärken-Kontaktlinsen, außerdem operative Verfahren. Ob und was davon für Dich infrage kommt, besprichst Du am besten mit Deinem Augenarzt. Mehr zu Kontaktlinsen liest Du in Kontaktlinsen – brillenlos scharf sehen.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.




